Ein wichtiger Tag für Musikschaffende in Europa

“Der 17. Januar ist ein wichtiger Tag für die europäische Kultur.” Für den Moment sieht Niklas Nienaß zufrieden aus, als er diesen Satz im Europäischen Parlament in Straßburg ausspricht. Der Grünen-Europaabgeodnete freut sich über die große Aufmerksamkeit für europäische Musikschaffende an diesem Tag.

Zunächst hat das Parlament mit großer Mehrheit (532 von 626 Stimmen) für einen Bericht des Kulturausschusses gestimmt. Darin sind einige Lösungen enthalten, die die Situation von Musikschaffenden in der EU verbessern sollen. In einem anschließenden Pressegespräch machten Künstlerinnen und Künstler deutlich, welche weiteren Schritte nun notwendig sind.

Konkret geht es um den Streamingmarkt und bekannte Anbieter wie etwa Spotify. “Die Bedingungen dort sind gerade für kleine und regionale Musikschaffende bedrohlich”, erklärt Nienaß. “Große Labels und die bekanntesten Akteure bekommen den größten Teil des Kuchens. Für die große Mehrheit der Künstlerinnen und Künstler bleiben lediglich die Krümel – und von denen können sie nicht leben.”

Mit dem 17. Januar geht die Arbeit erst los

Den Bericht hatte Nienaß mit weiteren Abgeordneten des Kulturausschusses vorangetrieben. “Wir sehen ihn als Aufforderung an die Kommission, sich den Markt und unsere Forderungen genauer anzusehen und dann Gesetzesvorschläge zu machen”, sagt Nienaß. Die Arbeit gehe mit diesem 17. Januar also erst so richtig los.

Mit dem Bericht spricht sich das Parlament dafür aus, die Vergütungsmodelle zu analysieren und fairer aufzustellen. “Dafür brauchen wir mehr Transparenz der Streaming-Anbieter”, sagt Nienaß. Das gelte auch für die Algorithmen. “Warum und wie welche Werke präsentiert werden, muss offen einsehbar werden”, betont der Europaageodnete. “Dann wollen wir dafür sorgen, dass auch Musikschaffende aus den Regionen und Nischen mehr Chancen bekommen.”

Künstler schildern: Es braucht dringend Lösungen

Im Anschluss an die Abstimmung machte Musikerin Balbina Jagielska vom Netzwerk “Polyton” bei der Pressekonferenz deutlich, dass man die Entwicklung des Musikstreamings generell als positiv betrachte. Immer mehr Menschen haben Zugang zu Musik. “Es geht aber um die Verteilung”, sagte Jagielska. “Ein so kleiner Anteil an Musikschaffenden verdient das Gros der Gelder.”

Musikerin Balbina Jagielska und Grünen-Europaabgeordneter Niklas Nienaß bei der Pressekonferenz zum Musikstreaming.
Musikerin Balbina Jagielska und Grünen-Europaabgeordneter Niklas Nienaß bei der Pressekonferenz zum Musikstreaming.

Die Lösung liegt aus Sicht von Gitarrist Christopher Annen von der Band “AnnenMayKantereit” auf der Hand. Als Vorstandsvorsitzender des Verbands “Pro Musik” hat er vor allem die kleineren Künstlerinnen und Künstler im Blick und erklärt: “Die großen Artists sollen weniger bekommen. Die kleinen Artists, die an der Grenze sind, sollen mehr bekommen.” Es sei Zeit für politische Lösungen. “Der Bericht des Parlaments gibt viel Grund zur Hoffnung”, sagte Annen.

Es geht um die Zukunft der europäischen Musik

Das erste Mal seit Jahren habe man damit Aufmerksamkeit für dieses Thema, ergänzte Komponist und Gema-Vertreter Matthias Hornschuh. Auch er hofft auf die Politik: “Wir brauchen klare Regeln – mit Selbstverpflichtungen funktioniert es nicht.” Hornschuh betonte, dass gerade das Weltrepertoire die eigentliche Stärke dieser Streaming-Plattformen sei.

Alle waren sich einig, dass es um die Zukunft der europäischen Musik geht. Der Grünen-Europaabgeordnete Nienaß sagte: “Wenn die musikalische Vielfalt überleben soll, müssen wir jetzt handeln.” Auf dem Weg zu fairen Bedingungen für Musikschaffende sei man nun einen ersten wichtigen Schritt gegangen. “Wir bleiben an diesem Thema dran”, betonte Nienaß.

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