Wie Weltraumschrott zur Bedrohung wird — Ausstellung im Parlament

"Our fragile space" von Max Alexander

Lebenswichtige Infrastruktur ist zerstört, Kommunikationsnetze fallen aus, Kollisionen sind unvermeidbar. Was sich liest wie ein Untergangsszenario, ist unter führenden Weltraumexpert*innen Konsens. Die Menge an Weltraumschrott hat in den vergangen Jahren so sehr zugenommen, dass Auswirkungen im All wie auch auf der Erde zu befürchten sind. 

„Dort oben herrscht Wilder Westen“, sagt der Grünen-Europaabgeordnete Niklas Nienaß. Der Weltraumexperte der Europa-Grünen lobt die steigenden Investitionen in der Raumfahrtforschung, betont jedoch: „Die Aktivitäten der Nationen und Unternehmen im Weltraum sind bislang weitgehend unreguliert. Und so kümmert sich auch kaum jemand um die Entsorgung von ausgedienten Satelliten und Raketenteilen.“ Von den Kollisionen können Satelliten betroffen sein, die auf der Erde stabile Kommunikationsnetze oder etwa Navigation ermöglichen.

Mit einer eigenen Ausstellung im Europäischen Parlament möchte Nienaß dem wichtigen Thema eine breitere Öffentlichkeit geben. Der renommierte Raumfahrt-Fotograf Max Alexander wird seine Werke in der Woche vom 4. bis 7. Juli unter dem Titel „Our fragile space“ ausstellen. Zur Eröffnung am Dienstagabend ist eine Podiumsdiskussion geplant.

Unter anderem werden Aarti Holla-Maini, Direktorin vom Weltraumbüro der Vereinten Nationen (UNOOSA), Dr. Sara Lucatello (European Astronomical Society) und John Janka (Viasat) über die Gefahren von Weltraumschrott und mögliche nachhaltige Lösungen sprechen.

In seiner Parlamentsarbeit treibt Nienaß derweil seit Jahren ein Vorhaben voran: das erste europäische Weltraumgesetz. „Darin wollen wir festhalten, welche nachhaltigen Kriterien Space-Projekte von europäischem Boden aus erfüllen müssen. Dieses Gesetz soll dann weltweit Vorbild werden.“ Mittlerweile sprechen sich immer mehr Akteur*innen aus dem Weltraumbereich für ein solches Gesetz aus.

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